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Von Wolf Reuter | 18.Dezember 2008
Wir haben keine Scheu davor, die Leistungen anderer zu loben. Deshalb sei auf eine Neuerscheinung aufmerksam gemacht, die große Verbreitung verdient hat. Henning Haarhaus “Legale Steuerparadiese” (1. Auflage 2008). Die meisten Menschen haben Angst vor dem Zähneziehen. Dieses Buch zieht gleich eine Menge davon. Das macht es so empfehlenswert. Was Steuerparadiese mit Zähneziehen zu tun haben? Im übertragenden Sinne eine Menge, aber der Reihe nach. Haufe versucht sei Jahren, sich auf dem etablierten juristischen Fachmarkt einen Namen als Verlag zu verschaffen, indem die Skriptform und ihre Übersichtlichkeit mit der Informationsdichte der “großen” Fachliteratur verknüpft wird. Das gelingt, wenn man die richtigen Autoren findet und nicht den 276. Kommentar zum Einkommensteuerrecht vorlegt, sondern Rechtsgebiete vernetzt darstellt, etwa im Stile des so zu Ruhm gekommenen Küttner (Das Personalbuch) der Konkurrenz aus München, der Arbeitsrechtsexperten begeisterte, weil er erstmals erfolgreich die Folgen arbeitsrechtlicher Mechanismen auch im Steuer- und Sozialrecht darstellte. “Legale Steuerparadiese” ist in dieser Hinsicht ein echter Glücksfall und darf als großer Wurf bezeichnet werden Das gilt, obwohl der Titel eine gewollte Irreführung ist. Legale Steuerparadiese, das wird schon beim Querlesen klar, sind die ersten paar Zähne, die Haarhaus, Fachanwalt für Steuerrecht in Berlin, zieht. Wer sich in Träumen verliert, er könne zu Hause Geld scheffeln, keine Steuern zahlen und gelegentlich zur Belohnung unter Palmen liegen, wird ernüchtert sein. Das sind – und bleiben – Träume. Haarhaus berichtet anekdotenhaft von den Flüchtlingen, die feststellen mussten, dass es etwas anderes ist, von Palmen zu träumen, als tatsächlich in einem rechtsfreien Schwellenstaat zu leben und nicht eben mal bei Karstadt Socken kaufen zu können. Bei Haarhaus geht es um die ganzheitliche Betrachtung der legalen Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen Vermögen im Ausland angelegt werden kann, ohne dass der Anleger sich selbst bei stranguliert. Solche Möglichkeiten gibt es erstaunlich viele. Haarhaus stellt sich der Aufgabe, jede in Frage kommende Jurisdiktion einzeln zu betrachten, Vor- und Nachteile abzuwägen und aufzuzeigen, wie die deutschen Steuerbehörden sich jeweils dazu positionieren. Aber er spricht auch die gern vergessenen Fragen an. Welche Rechtssicherheit habe ich eigentlich in Panama – wenn meine Bank morgen die Pforten schließt, kein Transfer ins Ausland mehr möglich ist oder meine (deutschen) Gläubiger mich pfänden wollen? Auch erfahrene Berater werden feststellen, dass sie vielleicht nicht immer wirklich umfassend beraten haben und an mehr denken sollten als an Steuersätze und Doppelbesteuerungsabkommen. Erstaunlich ist, dass das Buch auch für den Nichtfachmann stets verständlich bleibt. Haarhaus stellt deutlich heraus, dass er die Kapitalanlage im Ausland für sinnvoll hält, nur für wen und wofür, diese Frage beantwortet er eben auch so verständlich, dass man sich festliest. Grenada und die Niederlande – wer hätte gedacht, dass beide Staaten hier Platz haben und – und: Wussten Sie, dass es St Kitts & Nevis gibt (das ist ein Staat), und, dass es dort ein Economic Citizenship Program gibt? Nein? Hier finden Sie sogar die Flugzeit dahin und die Telefonnummer, bei der sie sich informieren können. Ganz nebenbei ist das Buch auch für den nicht-Steuerexperten interessant, denn es gibt Antworten auf Fragen, die in jeder Anwaltspraxis eine Rolle spielen. Der Autor widmet nämlich der Frage breiten Raum, in welchen Ländern welche Möglichkeiten des Vermögenszugriffs bestehen und wie man sich davor schützen kann. Hier liegt ein neues Standardwerk vor, wenn der Autor die Anstrengung meistert, die Aktualität der ersten Auflage fortzuschreiben. Wir drücken ihm die Daumen. Mehr? Der Autor ist im Netz zu finden: http://www.kanzlei-haarhaus.de/
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Topics: Alltag im Arbeitsrecht, Uncategorized |
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