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Mehr Frikadellen in Kaltland
Von Wolf Reuter | 13.Oktober 2009
Was ist los in Kaltland (Norbert Blüm bei Anne Will: “Es wird kalt in deutschen Betrieben”)? Erst teilt Anne Will in einer Fernsehshow mit, die Kündigung der Frikadellenschlingerin sein “zurückgenommen” (geht bekanntlich rechtlich nicht, faktisch aber doch), das Ganze unter den schmähenden Blicken der einzig Gerechten (Hertha Däubler-Gmelin), dann meldet “Die Welt” heute, das stimme gar nicht. Der Geschäftsführer habe sich für die Kündigung nur entschuldigt und mangelndes Fingerspitzengefühl bewiesen; außerdem sei er juristisch falsch beraten gewesen (das stimmt wohl, siehe unseren Eintrag vom 8.10.2009). Jetzt will man sich um eine Abfindung bemühen. Da muss man nichts bemühen, die kann man einfach zahlen, aber ebenso gut kann man auf die Beendigung des Vertrags verzichten. Wir teilen ausnahmsweise Herrn Blüms Auffassung – für die Kündigung hätte man nach 34 Jahren im Betrieb wahrlich keine juristische Beratung gebraucht.
Bevor alle Leser verwirrt sind, weil dieser Blog ja immer so arbeitgebernah ist (angeblich): Lesen Sie mal den Eintrag vom 8.10.2009, aber überlegen Sie auch, die Dame hätte ein Kaviar- und Champagnerfrühstück angerichtet, für den Vorstand, am Abend vorher, und am nächsten Morgen hätte es eine halb ausgetrunkene Flasche und eine fehlende Büchse Kaviar gegeben. Anderer Fall? Kündigungen sind eben Einzelfallentscheidungen.
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