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Die rotlackierte Deutsche Bank – Kampf der Kulturen? Was Frank Bsirske mit ungebügelten Trachtenhemden zu tun hat
Von Wolf Reuter | 8.Februar 2011
Die Deutsche Bank sorgt sich offenbar um ihre Zukunftsfarbe. Sie befürchtet, diese könne rot statt blau sein. Das liegt nicht etwa an einem der Öffentlichkeit unbekannten Zusammengehen mit der Banco Santander, die sich gerade selbst hier ausbreitet. Schuld ist vielmehr das Arbeitsrecht. Und die Übernahme der Postbank.
Wie DIE WELT schreibt, gab es schon einen bemerkenswerten “Clash of Civilisations“, als die Konzernbetriebsräte von Deutscher Bank und Postbank das erste Mal zusammengesessen haben.
Dass der eine Betriebsrat (Deutsche) einen Bankeranzug trägt und sich hinter “vorgehaltener” Hand abfällig über den “Kollegen” äußert, der im “groben Trachtenhemd” kommt (natürlich: Post), das er auch noch an zwei Tagen hintereinander trägt, lässt tief blicken. Auch der Arbeitnehmerebene scheint zu dräuen, dass es nicht ohne Reibungen geht, wenn Deutschlands edler Top-Performer in der Finanzwelt den Marktführer bei Hartz IV Beziehern schluckt. Man wird damit leben müssen, nicht nur wegen der vier Milliarden EUR für die Postbank-Aktien, sondern weil die Deutsche, sagen wir mal, die Bodenhaftung verloren hatte und keine echten Kunden mehr kannte. Deshalb wollte sie ja die Kundenbank in Gelb. Nun hat man den Salat.
Den hat man auch noch in anderer Beziehung. Irgendwie weiß es ja jeder Zeitungsleser, aber so genau…jeder hat doch schon mal gehört, dass in “großen” Unternehmen irgendwelche Gewerkschaftsfuzzis im äh – ganz oben sitzen. Ja, das stimmt. Sie sitzen im Aufsichtsrat. Wegen des sogenannten “Mitbestimmungsgesetzes“, von dem böse Zungen meinen, es stamme aus einer Zeit, als die Bundesrepublik noch nicht sicher gewesen sei, ob sie Sozialismus, eine Räterepublik oder eine Demokratie wolle.
Und wer mal in § 7 MitbestG reinschaut, vergisst ganz schnell wieder, dass wir in einer Trutzburg des Kapitals leben. Das sind nämlich paritätische Aufsichtsräte. Tatsächlich. Die gleiche Anzahl von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern. Das Wahlverfahren sieht aus wie eine stark vereinfachte Betriebsratswahl. Der Clou aber: Das Gesetz sieht die Beteiligung der Gewerkschaften vor. Nicht alle Aufsichtsräte müssen daher auch beim Unternehmen arbeiten, einzelne sind reine Gewerkschaftsvertreter.
Da sind wir beim Problem. Frank Bsirske sagt irgendjemand Ambitionen auf den Aufsichtsrat der Deutschen nach. Und weil die Belegschaft des integrierten Konzerns stark von den zahlreichen Postlern geprägt ist, kann er auf Stimmen hoffen. Der rote Frank (ist er gar nicht, angeblich ist er bei den GRÜNEN, und das meint nicht die SEB Bank, die ihre Kleinkunden gerade an Santander verkauft hat – ach, das ist alles schrecklich schwer…) bei der Deutschen in der Chefetage? Scheint manchen die Panik ins Gesicht zu treiben.
Gute Zeiten für Arbeitsrechtler. Von ver.di gesteuerte Betriebsräte lassen es erfahrungsgemäß nicht dabei bewenden, dass das Management erst einmal konzipiert und man dann eingeschaltet wird. Es wird lieber gleich erst mal eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht beantragt. Der WELT-Artikel nannte gleich ein Beispiel aus den ersten Tagen des Zusammengehens. Wie mächtig ver.di bei der Postbank ist, zeigt die kolportierte Zahl, dass 70 % von deren Belegschaft Mitglied bei der (einen) Gewerkschaft sind. Bei der Deutschen – fast keiner.
Es gibt sicher eine Menge Leute, die einen Wandel zur “Arbeiterbank” gut fänden. In diese Diskussion wollen wir uns hier allerdings nicht einmischen. Herr Ackermann hat den interessantesten Job der Republik J
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Topics: Alltag im Arbeitsrecht, Grundsätzliches | 1 Kommentar »

8.Februar 2011 at 3:58 pm
Jetzt hatten wir in der ersten Version des Artikels glatt DIE ZEIT mit DER WELT verwechselt (dabei sind das zwei verschiedenen Dimensionen). DIE WELT ist, wie unschwer zu sehen, die Quelle. Wie konnte das nur geschehen. Verzeihung.