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Urlaubszeit zu Ende - nichts Neues an der Kopftuchfront…

Von Wolf Reuter | 31.August 2009

 Das Ende der Urlaubszeit läutet die neue Saison für Anwälte und Gerichte ein. Was in der zweiten Jahreshälfte auf uns an arbeitsrechtlichen Themen zukommt, wird auch entscheidend davon abhängen, wie die Wahlen zum Deutschen Bundestag ausgehen. Wie sich gestern ja in drei Bundesländern zeigte, soll man heutzutage bei Wahlen wirklich immer auf das amtliche Endergebnis warten, da Umfragen wenig Wert zu besitzen scheinen. Also warten wir.

Ein Dauerbrenner, der merklich abgekühlt ist, ist das Tragen von Kopftüchern als religiöse Bekundung. Im öffentlichen Dienst ist das arbeitsrechtlich i.d.R., vor allem im Schuldienst, unzulässig, entsprechende Landesregelungen exisiteren in den meisten Bundesländern. Die Arbeitnehmerin im neuesten Fall des BAG (20. August 2009 - 2 AZR 499/08) hatte sich eine Mütze aufgesetzt, aber, wen wundert es, die Gerichte achten eben nicht auf die Form, sondern den Ausdruck. Auch die Mütze ist nicht neutral sondern im konkreten Fall eine verbotenene Bekundung, die Dame zu Recht abgemahnt.

Was sagt man zu diesem Thema, zu dem vermeintlich alles gesagt ist? Vor allem: Das Urteil hat gar keinen Wirbel gemacht und ist unbemerkt geblieben. Eine hervorragende Normalisierung. Wir haben viele islamische Lehrer und sollten noch mehr haben. Gesellschaft und Lehrerschaft akzeptieren aber nach Jahren des Streits offenbar, dass es einen säkularen Schulkonsens gibt. Wir meinen, das trägt zur Akzeptanz des Islam bei. Niemand hat mehr eine Ausrede zur Diskriminierung, indem er eine vermeintliche Provokation in einem Kopftuch sieht - die Lehrerinnen tragen keines und sind trotzdem Muslime. Gewöhnliche deutsche Muslime, was man im Matheunterricht nicht einmal bemerkt, ebenso wenig wie eine evangelisch-lutherische Kirchenzugehörigkeit in Physik. Nicht so schlecht, meinen wir.


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Topics: Alltag im Arbeitsrecht |

Ein Kommentar to “Urlaubszeit zu Ende - nichts Neues an der Kopftuchfront…”

  1. Christian Taube meint:
    31.August 2009 at 11:20 am

    Das ist ein tolles Sauregurkenthema und ich war schon fast erstaunt, dass in Bayern so gar nichts mehr davon zu hören ist, aber diese Ausführung hilft mir dabei, das Schweigen der CSU einzuordnen. Vielen Dank.

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