« Der Kettenarbeitsvertrag, reloaded | Home | Abschaffung der Sklaverei 1772 - “England is too pure an air for a slave to breathe in” »
Nackte Lehrerinnen in Bayern
Von Wolf Reuter | 20.Juni 2010
Das Beste am Bericht der Süddeutschen Zeitung zur nackten Lehrerin ist eigentlich, dass er schon wieder in Bayern spielt. Das Zweitbeste, dass es um eine Beamtin geht, die Lehrerin ist (damit kann man den Arbeitsrechtlern wenigstens keine geistige Umnachtung vorhalten).
Die Lehrerin war - das soll klar sein - nicht nackt. Sie hat sich den (verkehrt herum angezogenen) Pullover aus- und (richtig) wieder angezogen. Vor der Klasse.
So etwas trägt man in München mit einem Disziplinarverfahren aus. Und Anwälten.
Die sexuelle Belästigung der Kinder ist irgendwie schwer in der Schilderung zu finden. Denn danach sollen ein Stück nackter Rücken und sogar ein BH (!) “aufgeblitzt” sein. Wer sich denkt, er habe in der Schule auch schon mal davon geträumt, Fräulein XY würde sich ein wenig ausziehen, ist (als Hetero jedenfalls) schief gewickelt: Die Klasse ist eine reine Mädchenklasse (gibt’s in Bayern wohl; aber schön, der Pokal bei PISA geht ja zwischenzeitlich an Thüringen, da kommt es auf einen Rückschritt mehr oder weniger nicht an).
Noch rätselhafter wird die Sache, wen man bedenkt, wie sie aufgeflogen ist. Schülerinnen hatten an einer “Selbstbehauptungsgruppe” teilgenommen (was zum Henker ist nun das wieder, möchte man rufen) und der Therapeutin erzählt, sie hätten ihre Lehrerin “nackig” (regionales Idiom für “nackt”) gesehen. Von da hat es den Weg in die Schule gefunden.
Nur, weil bei den Bagatellkündigungen immer behauptet wurde, man fasse Beamte im Vergleich zu Arbeitnehmern mit Samthandschuhen an: Das ist hier wohl anders. Für mehr als ein lautes Gelächter des zuständigen Arbeitsrichters dürfte der Fall dort nicht sorgen.
Unbeschadet dessen heißt es aus MädchenklassenBHblitztzeigmirkeineNacktenichbininderPubertät-München: Das ist ein “Skandal”. Aha.
Verwandte Artikel
Literatur zum Thema
|
Topics: Alltag im Arbeitsrecht |


20.Juni 2010 at 8:35 am
Habe mir exakt die gleichen Fragen gestellt:-)
20.Juni 2010 at 4:47 pm
in einer Selbstbehautungsgrupe lernt man das, was man an einer normalen Schule ganz nebenbei lernt: Widerworte geben und Jungs verkloppen.
an bayerischen mädchenschulen brauchts dazu halt ne extra gruppe…
21.Juni 2010 at 10:36 am
Als ich von dieser Sache erstmals laß, dauerte es exakt drei Sekunden bis ich mich fragte, ob das denn in BY vorgefallen sein könnte.
Ach so, es war eine Mädchenschule……….!!!
Meine Vermutung ist dahingehend, dass wahrscheinlich wieder so ein Chemiefass leckgegangen ist, das ja auch ab 1929 ins Grundwasser gesickert sein muss. Warnung! BY muss was im Trink- oder Bierbrauwasser haben, trinken Sie nur “Disko-Wasser” aus dem Laden, wenn in BY!
Meinen Rechtsfall können Suie googeln.
20.Juli 2010 at 3:00 pm
[…] sie Hasen nicht mag, ist strittig. Klar ist aber: In Vechta ziehen sich Lehrerinnen nicht (wie in München) vor den Schülerinnen aus. Stattdessen verklagen sie ihre Schüler lieber (wegen […]
4.August 2010 at 4:35 pm
Also ich hatte eine Lehrerin, die hat sich auch NICHT ausgezogen. Leider. Also DEN Hasen……
NEIN! In BY denken wir nicht mal dahingehend. Das überlassen wir den kath…….Ups, jetzt bin ich offtopic