Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 1.1.2014 haben Sie keine neuen Posts gefunden. Das ist – natürlich – kein Zufall. Wegen einer Vielzahl von Faktoren – auch, weil ich zum Jahreswechsel 2013/2014 einen Karriereschritt gemacht hatte, der einfach ganz andere Schwerpunktesetzungen erfordert – wird dieses Blog nach sieben spannenden und für mich lehrreichen Jahren nicht mehr weitergeführt. Ich habe von meinem zahlreichen und erstaunlich breit gefächerten Leserkreis in diesen Jahren viel gelernt – und auf diesem Wege möchte ich Ihnen allen herzlich danken. Danken für eine sehr bereichernde Erfahrung, die ohne das rege Interesse an dieser Publikation nicht möglich gewesen wäre.


Ihr
Wolf Reuter

Technische/administrative Einzelheiten:

Das Blog mit den bis Dezember 2013 eingestellten Inhalten wird, jedenfalls solange die Serverkapazität noch gebucht ist, als Archiv hier zugänglich sein. Das gilt natürlich auch für die Informationen zur Sozialkasse des Baugewerbes (SOKA–Bau), die allerdings dort nicht über den 31.12.2013 hinaus aktualisiert werden (Mandate dazu führe ich natürlich noch und freue mich auch über Ihre Kontaktaufnahme). Technische und administrative Fragen richten Sie bitte an mich persönlich unter der im Impressum des Blog–Archivs angegebenen Kontaktadresse. Alle anwaltlichen Anfragen – insbesondere zu Mandaten, die Sie erteilen möchten – richten Sie bitte an Rechtsanwalt Wolf J. Reuter, LL.M., Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Kurfürstenstraße 72–74, 10787 Berlin, näheres unter www.bblaw.com.



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Reuter Arbeitsrecht

Kommentar des Tages

Das Jahr ist ganz frisch und das letzte klang mit den Kassandrarufen eines (bayerischen) Immigrationsspezialisten aus. Bulgaren und Rumänen werden die Sozialsysteme fluten. Da müsse man in Brüssel den Notruf wählen. Ob nun Rassismus oder eine zulässige "Zuspitzung", das ist eine Diskussion des vergangenen Jahres. Jetzt jedenfalls geben erst einmal die bayerischen Landkreise "Entwarnung", schon nach zwei, drei Arbeitstagen im neuen Jahr. Nichts zu sehen sei derzeit von all den Bulgaren und Rumänen. Sollte Europa tatsächlich so klein, seine Bürger so vernünftig sein, um nicht einfach alles hinzuschmeißen, damit man in Bayern Sozialhilfe beziehen kann? Mensch. Was für eine Überraschung.

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Mobbende Anwälte

Von Wolf Reuter | 16.Februar 2012

Der Spiegel-Online wärmt ein uraltes Thema wieder auf: Fiese Arbeitgeberanwälte zermürben arme Betriebsräte (das war schon Thema bei „Maybrit und die Monster“). Ohne Namen zu nennen, heißt es da, die Zahl „einschlägig“ spezialisierter Anwälte habe zugenommen. Einschlägig ist nur, wer den Betriebsrat zermürbt, indem er ihn dauernd mit haltlosen Vorwürfen malträtiert, bis diese – gemobbt – aufgibt.

Dann bin ich wohl nicht „einschlägig“.

Komisch ist (ein bisschen jedenfalls) auch, dass ich noch nie um so etwas gebeten worden bin. Mit einer einzigen Ausnahme. Nach einer Besprechung hat der Arbeitgeber davon Abstand genommen.

Das alles, obwohl vor mir schon so mancher Arbeitgeber saß, der einen erheblichen Frust auf „seinen“ Betriebsrat schob. Komisch auch, dass die Zahl einschlägiger Beschlussverfahren nicht gerade explodiert. Spricht alles gegen die vielen „einschlägigen“ Anwälte, oder vielleicht dagegen, dass sie irgend einen Mandanten haben?

Macht aber nichts. Ein paar wenige Journalisten und Gewerkschaftsfunktionäre haben ein neues Geschäftsfeld. Sie schreiben Bücher über ein Thema, dass sich vielleicht mit den zwei, drei immer identischen Einzelfällen „belegen“ lässt und behaupten, es handle sich um ein gesellschaftliches, ja wachsendes Problem. Talkshows lassen sich so füllen und hoffentlich auch der Bücherverkauf ankurbeln. Nur: Das „Problem“ gibt es nicht. Niemand muss einschreiten. Auch das Abendland geht nicht unter.

Außer dem Dauertalkshowgast Helmut Naujoks, der nach Meinung der einschlägigen Aufdecker sicher zum ebenso einschlägigen Anwaltskreis gehört, weiß man aber einfach nichts von Anwälten, die das Geschäftsmodell „werden Sie Ihren Betriebsrat los“ haben. Ob Herr Naujoks dazu gehört, darf über die reine PR hinaus in der Sache bezweifeln. Hier wird Werbung („Warten Sie nicht, bis der Betriebsrat Ihren Betrieb übernimmt“) mit der tatsächlichen Tätigkeit verwechselt. Die ist banaler. Sie glauben ja auch nicht, dass Bionade automatisch glücklich oder Das Konto bei der richtigen Bank automatisch reich macht. Auch Anwaltswerbung will Aufmerksamkeit. Ob da die Grenzen des guten Geschmacks stimmen (meiner ist bei Herrn Kollegen Naujoks Homepage noch nicht verletzt, eher amüsiert), soll jeder für sich sehen.

Aber „mobbende Anwälte“ im Auftrag ihres Mandaten: Das bleibt allenfalls ein Einzelfall. Kein Geschäftsmodell.



Topics: Alltag im Arbeitsrecht | 3 Kommentare »

3 Kommentare to “Mobbende Anwälte”

  1. Rolf Schälike meint:
    17.Februar 2012 at 7:48 am

    “Lawhunting” ist der Begriff für’s kaputt Klagen.

    Ich könnte aus den Presserecht mindestens fünf Anwälte/Kanzleien nennen, die das tun. Bei den Adressbuchbetrügern sind es ebenfalls mehrere Anwälte.

    Es handelt sich nicht um ein paar Klagen gegen nur einige Belagten, sondern um viel Dutzende, in einigen Fällen über hundert Klagen gegen nur einen Gegner. Die meisten Klagen gehen verloren.

    Das Geschäftsfeld des Anwaltsmobbings besteht.

  2. Edda Sperling meint:
    22.Juli 2012 at 12:07 pm

    ihre Kommentare sehr geehrter Herr Reuter erheitern mich langsam aber sicher, deshalb schaue ich ab und zu mal vorbei, aber leider halten sich die Kommentare ihrer Fans in Grenzen.
    Das Buch ihres Kollegen Naujoks “Kündigungen von Unkündbaren” und seine Fachseminare haben sehr viele Nachahmer gefunden, zum Beispiel die Rechtsanwaltsgesellschaft Luther in Frankfurt/ Main mit ca. 250 Rechtsanwälten, die Herren Thees und Braner haben das Mandat von Herrn Naujoks übernommen und haben gleich mal noch im Berufungsverfahren die konstruierten fristlosen Kündigungen abgeschrieben.Seit ca.1,5 Jahren versucht sich Herr Braner und Kollegen mich weiter zu zermürben und nach Stasi-Methoden ins Abseits zu befördern.Wenn ich auch bis heute die Abseitsfalle im Fußball noch nicht beherrsche,so ist mir in den letzten 6 Jahren meines Kündigungsschutzprozesses klar geworden zu was RECHTS-Anwälte alles fähig sind, oder haben mobbende Anwälte vergessen,dass in § 138 ZPO die prozessuale Wahrheitspflicht geregelt ist.Unseren Dialog kopiere ich jetzt auf meine Facebook-Chronic als Beweismittel.

  3. Wolf Reuter meint:
    22.Juli 2012 at 1:29 pm

    Hm…das sind aber dennoch Einzelfälle, oder? Es gibt 170.000 Rechtsanwälte in Deutschland (oder so ähnlich). Ich streite ja nicht ab, dass man Zermürbung durch Klagen erreichen kann. Aber es gehören nicht bloß immer zwei dazu, sondern eben auch ein gewissenloser Auftraggeber hinter “seinem” Anwalt. In zugegebenen selteneren Fällen auch jemand auf der anderen Seite, der nicht sieht, dass er Anwandlungen von Don Q. hat.

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