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Die Schädelvermesser (“…solche, die mit Ihrer Art Schädel, die wollen wir hier nicht!”…)
Von Wolf Reuter | 5.Mai 2010
Wäre das Schädelvermessen in Deutschland geschichtlich nicht so schlimm in Verruf geraten, könnten wir über die Meldung in SPIEGEL-online herzhafter lachen, als es uns jetzt geboten erscheint:
Da springt offenbar ein “Personalberater” durch die Gegend, der witzigerweise “Schneemann” heißt.
Er “berät” z.B. bei der Einstellung – nach dem Muster, bestimmte Schädelformen ließen auf bestimmte Eigenschaften schließen (sogar einen Namen gibt es dafür: Psycho-Physiognomik). Spitzes Kinn = Perfektionismus. Angeblich greifen 2,4% aller Unternehmen auf diesen atemberaubenden Unsinn zurück.
Ob die Zahl stimmt oder nicht: Mit Schädelvermessungen hat sich die “Rassenkunde” beschäftigt – die Millionen von Opfern und Abermillionen vergifteter Geister hervorgebracht hat. Vor dem Hintergrund des jüngsten Urteils des ArbG Stuttgart (Ossis sind keine Ethnie, die Bezeichnung “Ossi” folglich nicht rassistisch) wäre die Frage angebracht, ob man die Dienstleistungen des Personalberaters (vor dem historischen Hintergrund) nicht als indiziell rassistisch ansehen muss (§ 22 AGG) und dementsprechend eine Entschädigung einklagen kann. Theoretisch allerdings nur: Angeblich schaut er sich vor allem Bewerbungsfotos an. Man begegnet ihm also nicht.
Dabei hat er etwas Anständiges gelernt: Schneemann ist angeblich Autolackierer.
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Topics: Alltag im Arbeitsrecht | 3 Kommentare »





















5.Mai 2010 at 4:44 pm
Es gibt auch Unternehmen, die glauben an graphologische Beurteilungen und… geben für solchen Unsinn auch noch Geld aus.
6.Mai 2010 at 7:32 am
Ist nichts Neues und auch keine Erfindung der Nazis. Der Arzt Franz Joseph Gall hat diese Kunst bereits Anfang des 19. Jahrhundert unter dem Namen Phrenologie betrieben.
Meine Großmutter hatte das Buch, daher weiß ich das.
8.Mai 2010 at 4:55 pm
Das war mir neu – ich will mich in das Thema aber auch nicht zu sehr vertiefen. Allzu viel haben die Nazis ja nicht selbst erfunden, aber es ist doch merkwürdig, dass sie sich gerne an solch obskures Zeug drangehängt haben.