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10 Mio. € - Her mit der Kohle! - Der gierige Banker Utz Claassen (?)
Von Wolf Reuter | 2.Juni 2010
Es utzt in Erlangen, und die Solar Millennium AG sollte sich warm anziehen - nicht nur, weil Utz Claassen (UC) aus juristischen Auseinandersetzungen in der Vergangenheit fast immer siegreich hervorging.
Doch ach, gar herrlich kann man auf die Großkopferten eindreschen. UC ist so einer, der öffentlich gerne mal verdroschen wird. Für seine letzte Anstellung bei Solar Millennium hatte er sich vertraglich - meint “Die Welt”, die das als “Arbeitsvertrag” bezeichnet - folgendes ausbedungen:
- 100.000,00 € Monatsgehalt
- Dienstwagen mit Fahrer
- Bodyguard
- 10 Mio. € Antrittsprämie
Das läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen.
Um die “Antrittsprämie” geht es. Wenn er den Job als Vorstand antrete, sei die verdient, so soll es vereinbart gewesen sein. Angetreten ist er, aber hat nach knapp zwei Monaten (zulässig) gekündigt. Solar Millennium will die Antrittsprämie trotzdem nicht zahlen, obwohl UC und seine Anwaltsjungs großzügig angeboten haben, um 2,5 Mio. € zu reduzieren. Jetzt soll geklagt werden.
Wie gierig! - Mehr Häme als bei “Die Welt” (und nicht nur dort) bekommt nicht einmal Horst Köhler. Die Zeitung macht ihn auch gleich zum “Banker”. Weil das heute synonym mit “geldgierig” ist.
Nur:
- Wer würde unter den Autoren auf 10 Mio. € vertraglich zugesagter Zahlungen einfach verzichten?
- Im Ernst! Wer???
- In der Biografie von UC gibt es keinen Hinweis darauf, dass er mal Banker war. Energie und Automobil scheinen da eher seine Felder zu sein.
Und die Rechtslage?
Gut: Wir kennen den Vertrag nicht. Aber von außen betrachtet ist sie einfach. Wenn für den tatsächlichen Dienstantritt als Vorstand 10 Mio. € vereinbart sind, hat er sich das am ersten Tag seiner Arbeit verdient. Punkt. Oder ‘Full Stop’. Oder - das sagen die Amerikaner, graus, ‘Period’! Ach, und, liebe “Welt”: Vorstände haben keine Arbeitsverträge; Dienstverträge folgen nur denselben Grundregeln.
Und die Moral?
Wer redet von dem Aufsichtsrat der Solar Millennium? Der ist für Verhandlung und Abschluss von Vorstandsverträgen zuständig. Nicht einmal sein Name wird aber in der Presse genannt. Die Vertragsgestaltung ist sehr, sagen wir, eigenwillig (?). Für so eine Antrittsprämie muss man sich einen sehr, sehr, sehr guten Grund ausdenken, sonst hat man als Aufsichtsrat schlicht seine Pflichten verletzt. Aber nicht einmal ein sehr guter Grund will uns einfallen.
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Topics: Alltag im Arbeitsrecht |

















2.Juni 2010 at 8:02 am
Ich kann mich nur anschließen: Wer so einen schlechten Vertrag abschließt, ist selbst schuld.
Auch muss man sich doch arg wundern, warum Utz Claassen soviel Geld wert sein soll. Nicht mal die monatlichen 100.000 € sollte er in einer neuen Branche, die er nur bedingt kennt, wert sein. Ob seine Kontakte zur Bundesregierung noch so gut sind bzw. seine Lobbyarbeit soviel Wert ist?
Eigentlich ist so eine Vertragsgestaltung - sollte sie wahr sein - wohl eher ein Zeichen geschäftlicher Unerfahrenheit oder drohender Insolvenz.